Europäischer Journalistenpreis 2010 vergeben

Stuttgart, 03. Juli 2010: Zum achten Mal verleiht heute der Verband Deutscher Medizinjournalisten (VDMJ) den von der Bayer HealthCare AG mit Euro 7.500,- ausgestatteten Europäischen Journalistenpreis. Preisträger sind Martin Thür (Österreich) und Hellmut Hordwig (Deutschland).

Die Jury hatte in diesem Jahr 53 Bewerbungen aus den Bereichen Print, Hörfunk und Fernsehen zu beurteilen, von denen 11 aus dem europäischen Ausland kamen. Die Qualität war insgesamt sehr hoch und die Jury entschied sich, den Preis zwischen zwei gleichermaßen herausragenden Beiträgen zu teilen.

Die eine Hälfte des Preises geht an den österreichischen Fernsehjournalisten Martin Thür für seinen TV-Beitrag „ATV Dokument - Volkssport Doping“, der am 22. Juni 2009 im ATV, dem größten privaten TV-Sender Österreichs, ausgestrahlt wurde. Temporeich, kurzweilig und üppig bebildert führt Thür den Zuschauer durch die Welt des Dopings, die neben den Profi-Athleten längst auch die Amateursportlerszene umfasst. Anschaulich stellt Thür die unterschätzte Dimension des Problems und die schwerwiegenden gesundheitlichen Folgeerscheinungen dar. Er beschreibt die rasante Entwicklung des boomenden Schwarzmarkts mit entsprechenden Substanzen, der von einer Doping-Mafia nach dem Vorbild des Drogenhandels beherrscht wird.

Martin Thür ist Österreicher und begann seine journalistische Laufbahn beim Lokalsender P3 in der niederösterreichischen Landeshauptstadt St. Pölten. Nach verschiedenen Stationen bei anderen Sendern ist er heute als Redakteur für die ATV-Nachrichtenredaktion in Wien tätig und dabei auch für die Produktion von TV-Dokumentationen zuständig.

Die andere Hälfte des Preises gewinnt der deutsche Medizinjournalist Dr. Hellmuth Nordwig für seine Hörfunksendung „Falsche Pillen aus finsteren Kanälen – Ein Blick in die Unterwelt der Medikamentenfälscher“, die am 17. Dezember 2009 im Programm Bayern 2 ausgestrahlt wurde. Nordwig beleuchtet das Problem der Medikamentenfälschungen, das im Zeitalter des Internets eine globale Dimension erreicht hat. In detaillierten Analysen stellt er den Umfang des systematischen Vertriebs gefälschter Arzneimitteln dar, rückt die kriminellen Interessen dahinter in den Blick und thematisiert die vielfältigen Gefahren für die Verbraucher. Durch die Untermalung des Beitrags mit Filmmusik und Texteinspielungen aus „Der dritte Mann“ erinnert er den Hörer daran, das bereits Graham Greene in seinem gleichnamigen Roman die fatalen Folgen des Handels mit „gestrecktem“ Penicillin nach dem 2. Weltkrieg beschrieben hat.

Dr. Hellmuth Nordwig ist Diplom-Chemiker, hat in München studiert und wurde dort auch promoviert. Seit einer Hospitanz in der Pressestelle der Fraunhofer-Gesellschaft arbeitet er hauptberuflich als freier Wissenschafts- und Medizinjournalist, vorwiegend für den ARD-Hörfunk (u. a. Bayerischer und Westdeutscher Rundfunk, Deutschlandfunk). Nordwig lebt in Fürstenfeldbruck.

„Gründliche Recherche liefert fesselnde Geschichten – das haben beide Preisträger gezeigt. Sie haben weniger bekannte Zusammenhänge ans Licht gehoben und damit eine sehr wichtige journalistische Tugend gepflegt: das Einordnen“, betont die Juryvorsitzende, Professor Dr. Annette Leßmöllmann, Professorin für Journalistik mit Schwerpunkt Wissenschaftsjournalismus, Hochschule Darmstadt.

Der Europäische Journalistenpreis:

Der Europäische Journalistenpreis wird von der Bayer HealthCare AG, Leverkusen, gestiftet und wurde vom Verband Deutscher Medizinjournalisten 2003 erstmals verliehen.
Der Verband Deutscher Medizinjournalisten

Der Verband Deutscher Medizinjournalisten (VDMJ) ist ein Dachverband der eigenständigen Mitgliedsverbände
- Arbeitskreis Medizinpublizisten/Klub der Wissenschaftsjournalisten e. V.
- Kollegium der Medizinjournalisten
- Vereinigung der Deutschen Medizinischen Fach- und Standespresse e. V.
Zweck des VDMJ ist die Pflege und Förderung des Journalismus auf medizinischem Gebiet. Der VDMJ verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne der Bestimmungen der Abgabenordnung.