Nachruf des Kollegiums der Medizinjournalisten
zum Tod von Dr. med. Hedda Heuser-Schreiber
01. Juni 2007. Das Kollegium der Medizinjournalisten trauert um sein langjähriges Mitglied Dr. med. Hedda Heuser-Schreiber, die am 29. Mai 2007 im Alter von 80 Jahren friedlich eingeschlafen ist.
Hedda Heuser-Schreiber zählte zur ersten Riege des 1965 gründeten Kollegiums. Seit 1965 wirkte sie freiberuflich auch als Publizistin und Moderatorin, bestritt vie-le TV-Sendungen. Damals waren medizinische Themen wie Krebsvorsorge, Impf-schutz oder Zahngesundheit in den Medien eine absolute Rarität. Als gelernte Ärz-tin verstand sie es hervorragend, die Bedeutung des Medizinjournalismus als wich-tige gesellschaftliche Aufgabe vor allem gegenüber einer bis dato skeptischen Ärz-teschaft zu vermitteln.
Hedda Heuser-Schreiber, geboren 1926 in Köln, fand früh den Weg in die Politik. Mit 30 Jahren war sie Stadtverordnete in Bensberg. 1962 bis 1965 sowie 1968 bis 1969 gehörte sie als FDP-Politikerin dem Deutschen Bundestag an. Mutig und un-erschrocken packte sie heiße Eisen wie die Reform des Paragraphen 218 Strafge-setzbuch an. Ab 1984 war sie Mitglied des Bundesgesundheitsrates. Sie vertrat die Freien Berufe im Wirtschafts- und Sozialausschuss der Europäischen Gemein-schaft, wurde Präsidentin der Fachgruppe Umwelt-, Gesundheits- und Verbraucher-fragen. Von 1973 bis 1989 war sie Präsidentin des Deutschen Ärztinnenbundes.
Ihr herausragendes Engagement als Politikerin und Ärztin führte zu vielfältigen Ehrungen. Die höchsten Auszeichnungen waren 1986 der Bayerische Verdienstor-den, 1989 das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik mit Stern sowie 1990 beim Deutschen Ärztetag die Paracelsusmedaille.