
Foto: KdM
Mainz, 17. Oktober 1988. Dem Medizinjournalisten Dr. med. Karl-Maria Kirch wurde in diesem Jahr der mit 10.000 DM dotierte Publizistik-Preis "Medizin im Wort" zuerkannt: Das Kollegium der Medizin-Journalisten ehrte damit das Lebenswerk eines Mannes, der wie nur wenige die Landschaft des Medizinjournalismus geprägt und gestaltet hat.
Dr. med. Karl-Maria Kirch, lange Jahre niedergelassener Arzt und Gründungsmitglied des Kollegiums der Medizinjournalisten, das im übernächsten Jahr sein 25jähriges Bestehen feiern kann, hat sich um die Aufklärung seiner Mitbürger über Notwendigkeiten, Fortschritte oder Versäumnisse im Falle von Gesundheit und Krankheit in Presse, Rundfunk und Fernsehen verdient gemacht: Regelmäßig erschien unter anderem von 1949 bis 1980 in der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung seine Kolumne "Unser Hausarzt". Seine Bücher - zehn an der Zahl, so der "Gesundheitskompaß" und die "Sprechstunde für Gesunde" - dienen der medizinischen Vorsorge und erzielen hohe Auflagezahlen. Etwa 100 Hörfunksendungen, TV- und Kinofilme entstanden unter der Mitwir¬kung von Dr. med, Karl-Maria Kirch, immer wieder widmet er sich auch heute noch in Rundfunkinterviews und Magazinsendungen aktuellen medizinischen Fragen.
Dr. med. Karl-Maria Kirch, der vor einigen Wochen seinen 75. Geburtstag feiern konnte, war langjähriges Mitglied der Jury zur Verleihung der Filmpreise der Bundesärztekammer und des Hartmannbundes, derzeit ist er nicht nur ständiger Mitarbeiter der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung, sondern auch der Hessischen Niedersächsischen Allgemeinen, des Wirtschaftsechos, der Neuen Apotheken Illustrierten und weiterer Gesundheitszeitschriften.
Überreicht wurde der Preis "Medizin im Wort" in Anwesenheit zahlreicher Gäste am 17. Oktober 1988 in Mainz von Dr. med. Walter Weber im Namen des Pharmakonzerns Squibb von Heyden, München, die Stifterin dieses Preises ist.
Dr. Weber machte deutlich, daß kein Zweifel am hohen journalistischen Verdienst von Dr. med. Karl-Maria Kirch besteht, das sich dieser als der "schreibende Arzt" auch schon zu einer Zeit erworben habe, als es das Kollegium der Medizinjournalisten noch gar nicht gegeben hat.
Dr. Hedda Heuser-Schreiber, die Präsidentin des Deutschen Ärztinnen¬bundes e.V., in der anschließenden Laudatio: "Aufklärung des medizi¬nischen Laien ist mehr als Information, ist eingehen auf den, den man meint, ist richtiges Einschätzen seiner Verständnismöglichkeit und -bereitschaft". Dieses sei Dr. med. Karl-Maria Kirch stets gelungen, er habe es verstanden, mit seinen Patienten zu reden, er habe es ebenso verstanden, für sie zu schreiben.
Dazu Dr. Kirch selbst: "Der Medizinjournalist befindet sich ständig auf einer Gratwanderung, weil er bei allen Ratschlägen und Warnungen zwei Essentials strikt einhalten muß: Keine unnötigen Ängste zu verbreiten und keine unerfüllbaren Hoffnungen zu wecken, weil beides direkte, nicht wieder gut zu machende Schäden an Körper und Seele seiner Leser verursachen kann. Er muß also sehr exakt recherchieren, jedes einzelne Wort nach den genannten Kriterien auf die Goldwaage legen und - zuweilen auch schweigen können".
Daß Dr. med. Karl-Maria Kirch sich seiner Verantwortung stets bewußt war und ihr gerecht wurde, beweist die Ehre, die das Kollegium der Medizinjournalisten ihm zuteil werden ließ, noch mehr jedoch die Wertschätzung und Sympathie, die ihm von allen Seiten entgegengebracht wird.